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Teaching Week in Thailand etabliert

Bereits zum dritten Mal verbrachte Univ.-Prof. Siegfried Schwarz von der Sektion für Experimentelle Pathophysiologie und Immunologie des Innsbrucker Biozentrums In diesem Sommer als Gastprofessor eine Woche an der Suranaree University of Technology (SUT) - Medical School in Nakhon Ratchasima (Korath), 300 Kilometer östlich von Bangkok. 48 Medizin-Studierende im dritten Studienjahr nahmen an der von Prof. Schwarz und Prof. Sanong Suksaweang entwickelten Intensivwoche teil.

Der Austausch von Studierenden, Professorinnen und Professoren, von Wissen und Kompetenzen und die Förderung von Wissenschaft und Lehre bilden die Hauptziele der vor mehr als zwanzig Jahren unter Mitwirkung der Universität Innsbruck eingegangenen Partnerschaft ASEA-Uninet, in deren Rahmen auch diese Gastprofessur verankert ist. Basierend auf einem im April 2008 zwischen der SUT-Medical School und der Medizinischen Universität Innsbruck unterzeichneten Kooperationsvertrag, ist zwischen den beiden Universitäten eine besonders intensive Partnerschaft entstanden.

Intensivwoche mit Fokus auf Theorie und Praxis

Die erst vor 18 Jahren gegründete SUT im thailändischen Korath (drei Autostunden östlich von Bangkok) implementierte vor drei Jahren die Studienrichtung Medizin mit besonderer Betonung auf „rural medicine“. Gemeinsam mit Dr. Sanong Suksaweang erarbeitete Prof. Schwarz für die dortigen Studierenden im dritten Jahr ein fünftägiges Lehr- und Lernprogramm. Die Intensivwoche wurde in diesem Jahr unter dem Titel “Endocrinology Teaching Week” abgehalten und stellte für 48 Studierende der SUT eine wichtige Vorbereitung für die im März in Bangkok stattfindende National Licence Examination dar. Mit eingebunden waren diesmal auch Frau Prof. Nuannoi Chudhapongse sowie Frau Prof. Rungrudee Srisawat von der School of Biology der SUT, die jeweils eine Vorlesung über die Physiologie der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse sowie die Pharmakologie dieser hielten, passend zu dem Case “Damian”. Dieser von Prof. Schwarz “geschriebene” authentische POL-Case mit Adrenogenitalem Syndrom, der irrtümlich über mehrere Wochen mit Cortisol übertherapiert worden war und in ein iatrogenes Cushing-Syndrom “geschlittert” ist, wurde in mehreren Sitzungen mit den Studierenden erarbeitet. So bildete dieser Fall die thematische Klammer über die gesamte Teaching Week.

Molecular modelling und practical skills

Eine Vorlesung und ein Praktikum über Molecular Modelling inklusive digitaler Darstellung eines Proteins als 3D-Modell, die selbständige Durchführung eines ELISA (Immunassay-Verfahren) für ein Hormon, die praktische Anwendung einer Venipunktion lege artis standen neben einem erfolgreich absolvierten Quiz von 35 MC-Fragen auf dem reichhaltigen Lehrprogramm. Erstmals folgte auf die Teaching Week eine offizielle Visitation, nämlich jener Studierenden des ersten Jahrgangs, die voriges Jahr dieses Programm absolviert hatten, nach bestandener National Licence Examination bereits aus der direkten Obhut der SUT entlassen worden waren und sich nun in praktischer Ausbildung an zwei affilierten Spitälern in Surin bzw. in BuriRam befinden. Dorthin begaben sich auch “Professor Sanong” und “Professor Siegi” - in Thailand wird auch an der Universität vornehmlich der Vorname gebraucht -, „worüber sich die Studierenden sehr freuten, hatten sie doch alle ein wenig Heimweh nach der SUT“, berichtet Prof. Schwarz.

Nach zahlreichen Begegnungen und vielen mehrstündigen Gesprächsrunden mit den ansässigen Studierenden kann Prof. Schwarz in Thailands Spitälern und Universitäten eine besonders freundliche Atmosphäre konstatieren: „Bei allem Ernst wird immer auch gelächelt und gelacht und das macht das Leben für alle leichter“. Kein Wunder also, dass die Studierenden am Ende der Intensivwoche zum Abschied fragten: „Professor, are you going to visit us next year again?“ – „Of course“, antwortete Prof. Schwarz, schließlich wurde die vierte Teaching Week zwischen den beiden Universitäten bereits vereinbart.

Prof. Suksaweang hielt sich diese und letzte Woche zum Austausch ebenfalls an der Medizinischen Universität Innsbruck auf und hielt vor 5.-Semestrigen drei Vorlesungen - rhythm for student´s life, hematologic diseases & laboratory findings in Isarn people, fighting with influenza_A (H1N1) 2009 with a rapid test -, die mit Interesse aufgenommen worden sind. „Gerade die erste Vorlesung, in welcher es um das Ein- und Ausüben von „ballroom dances“ als Ausgleich und Entspannungsübung in einem gestressten Studenten- und Ärtzeleben geht, fand regen Anklang und wäre wohl überlegenswert, auch hier realisiert zu werden. An der SUT ist er jedenfalls bei Studierenden aller Fakultäten sehr beliebt“, weiß Prof Schwarz.