search_icon 

close_icon

search_icon  

search_icon  

Endbericht, FWF Project 19764 Glyceryl-Ether Monooxygenase, 
Ernst R. Werner,  Divison of Biological Chemistry, Biocenter, Medical University of Innsbruck

 

Ziel des Projektes 19764 war es, dem einzigen bekannten Enzym, das eine beistimmte Klasse von Fetten, die Glyceryl Ether Lipide, spaltet, eine Sequenz zuzuordnen. Mit Hilfe einer Kombination von bioinformatischen Datenbanksuchen und Methoden der molekularen Zellbiologie ist es uns gelungen, dieses seit fast 50 Jahren bestehende Problem zu lösen. Als Ergebnis der Säugetiergenomprojekte wurden tausende neue Proteine vorhergesagt, deren Funktion noch unbekannt war. Unsere Ergebnisse ordnen einem dieser Proteine eine Funktion zu und ergänzen damit unser Wissen über die funktionelle Bedeutung der Genomsequenzen. Darüber hinaus ermöglicht die Sequenzzuordnung nun die Erforschung der physiologischen Rolle der Glyceryl Ether Monooxygenase mit der ganzen Vielfalt moderner molekularbiologischer Methoden.

Triacylglycerole (sogenannte Triglyceride) gehören zur Fettklasse der Glycerylester, die im Körper wichtige Rollen als Energiespeicher, Membranbestandteile und Signalmoleküle spielen. In Glyceryl Ether Lipiden sind die Kohlenwasserstoffketten mit einer Ether- statt mit einer Esterbindung and Glycerin gekoppelt. Glyceryl Ether Lipide sind ebenso vielfältig und verbreitet wie die wesentlich besser erforschten Glyceryl Ester Lipide. Es aber bereits bekannt, dass Glyceryl Ether Lipide für Signalübertragung, Entzündungsreaktionen, Spermienentwicklung und für den Schutz des Auges vor Katarakt Bedeutung haben. Glyceryl Ether Monooxygenase ist das einzige bekannte Enzym, das Glyceryl Ether Lipide abbaut. Es hat möglicherweise eine wichtige physiologische in der Regulation der Konzentration dieser Fette im Körper. Die Sequenz dieses Enzyms war lange unbekannt, da es sehr unbeständig ist und sich daher nicht aus Geweben isolieren lässt. Wir entwickelten eine neue Bestimmungsmethode für das Enzym, die kleinste Mengen der Glyceryl Ether Monooxygenase Aktivität nachweisen kann. Dadurch können wir in Zellen, in die Kandidatengene eingebracht werden, die Aktivität nachweisen. Mit Datenbanksuchen wählten wir 10 Gene von etwa 20.000 bekannten Säugetiergenen als Kandidaten aus, und tatsächlich erzeugt eines dieser zehn Gene in den Zellen die Glyceryl Ether Monooxygenase Aktivität.

Glyceryl Ether Monooxygenase ist eine von fünf Enzymreaktionen die Tetrahydrobiopterin benötigen. Tetrahydrobiopterin ist ein Stoff mit Ähnlichkeit zu den Vitaminen Riboflavin und Folsäure. Im Gegensatz zu diesen beiden Vitaminen wird Tetrahydrobiopterin jedoch vom Körper selbst gebildet und muss nicht mit der Nahrung aufgenommen werden. Unsere Ergebnisse ermöglichen nun die systematische Erforschung des Effektes von Tetrahydrobiopterin auf den Ether Lipid Stoffwechsel. Die Sequenzzuordnung kennzeichnet Glyceryl Ether Monooxygenase als eigenständige, dritte Klasse der Tetrahydrobiopterin-abhängigen Enzyme.

>> fwf projects Ernst R. Werner

 Der Wissenschaftsfonds.