Aktivierung des programmierten Zelltods als Therapiekonzept

Aktivierung des programmierten Zelltods als Therapiekonzept

21.6.2005

Prof. Andreas Villunger von der Sektion für Experimentelle Pathophysiologie im Biozentrum beschäftigt sich wissenschaftlich mit der Apoptose, dem programmierten Zelltod. Seine Habilitationsschrift, in der er untersucht in wieweit dieser Zell-Mechanismus das Immunsystem formt und Krankheiten abwehrt, wurde als die beste in ganz Österreich bewertet und mit dem Otto-Kraupp-Preis ausgezeichnet.

Foto: Aktivierung des programmierten Zelltods als Therapiekonzept

Das Forschungsinteresse von Prof. Andreas Villunger und seiner Arbeitsgruppe gilt dem biologischen Prozess der Apoptose, der auch programmierter Zelltod genannt wird. Dabei handelt es sich um ein genetisches Programm, das jeder Zelle innewohnt und dazu dient entartete, schlecht funktionierende oder überalterte Zellen gezielt zu entfernen. Dieser Prozess spielt bereits eine bedeutende Rolle in der Embryonalentwicklung und dient im Erwachsenen dazu, das zelluläre Gleichgewicht in Organen und Geweben aufrecht zu erhalten. In seiner nun ausgezeichneten Habilitationsschrift beschäftigte sich Andreas Villunger mit der Frage, wie dieser Prozess der Apoptose zur Ausbildung eines funktionellen Immunsystems beiträgt und den Körper vor Krankheiten schützt. Sein aktuelles Forschungsinteresse gilt den Anschlussfragen: „Besonders interessant für uns ist, dass Fehler in der Zelltodkontrolle zur Entstehung von Tumoren und Autoimmunerkrankungen beitragen können", so Andreas Villunger. "Wir versuchen die molekularen Grundlagen dieser Prozesse im Tiermodell zu verstehen und hoffen, dass diese Erkenntnisse zur Entwicklung von neuen oder zur Verbesserung bestehender Behandlungsstrategien herangezogen werden können“.

Begehrter Preis

Der Habilitationspreis wird von Sanofi-Aventis Pharma in Zusammenarbeit mit den Medizinischen Universitäten in Innsbruck, Graz und Wien seit 1999 zum Gedenken an Otto Kraupp, Ordinarius für Pharmakologie und Toxikologie sowie langjähriger Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Wien vergeben. Heuer hatten sich 60 der ungefähr 180 neuen Habilitierten von den drei Medizinischen Universitäten um diese hohe Auszeichnung beworben. Nach einer Begutachtung der Arbeiten und einem Vortrag entschied sich die Jury für den Beitrag von Andreas Villunger. Er steht damit in einer guten Tradition, denn Innsbrucker Wissenschaftler waren auch in den vergangenen Jahren immer wieder erfolgreich. Der erste Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Villunger wurde 1967 in Innsbruck geboren und begann 1985 in Salzburg Biologie zu studieren. 1987 wechselte er nach Innsbruck und schloss 1991 das Diplomstudium im Bereich Mikrobiologie mit Schwerpunkt Biochemie ab. Es folgte ein naturwissenschaftliches Doktoratsstudium an der Inneren Medizin, das er 1996 abschloss. Verschiedene postgraduale Stipendienprogramme führten Villunger unter anderem nach Australien. Im Jahr 2003 kehrte Andreas Villunger nach Innsbruck zurück, wo er Assistent am damaligen Institut für Pathophysiologie wurde und bereits selbständig eine Forschungsgruppe leitete. In diesem Jahr erhielt er auch den START-Preis.

(us/cf)

Links:

© Medizinische Universität Innsbruck - Alle Rechte vorbehaltenMail an i-master - Publiziert am: 21.6.2005, 08:00:00+01:00ximsTwitter LogoFacebook LogoInstagram LogoYoutube Logo