Mythen & Thesen
Mythen
Ist Lärmempfindlichkeit ein Persönlichkeitsproblem
"Lärmempfindlichkeit ist eine Frage der Persönlichkeit"
Viele Studien haben danach gesucht - aber kein klassisches
Persönlichkeitsmerkmal hat die Lärmempfindlichkeit erklären können.
Die Lärmempfindlichkeit kann jedoch bei Krankheiten (z.B. einer schweren
Depression) ansteigen und nach Heilung wieder auf das Ausgangsniveau sinken -
was auch nicht für ein klassisches Persönlichkeitsmerkmal spricht.
Heute geht man eher von einer allgemein höheren Sensibilität gegenüber
Umwelteindrücken aus, welche diesen Personenkreis empfindlicher macht.
Überraschenderweise schützen sich aber Lärmempfindliche oft nicht
ausreichend vor Lärm oder protestieren auch selterner dagegen.
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Kann man sich an Lärm gewöhnen
"Man kann sich an Lärm gewöhnen"
Es ist richtig, dass 98 von 100 gesunden Versuchspersonen auf kurzfristige
laute Lärmereignissse beim zweiten Mal abgeschwächt reagieren -
aber - wenn das in diesem Experiment mit Gesunden auch nur 2 Personen sind
sind das in einer Stadt mit 100000 Einwohnern bereits 2000 Personen, die
sich offensichtlich kaum gewöhnen (Jeder von uns denkt sich natürlich,
dass er zu den 98 gehört)
Es stimmt auch, dass sich bei chronischer Verkehrs-Lärmbelastung die
Aufwachhäufigkeit vieler Menschen während des Schlafs verringert -
aber - der Herz-Kreislauf und das Gehirn reagieren immer noch mit einer
erhöhten Leistung(erhöhter Puls, Ausscheidung von Stresshormonen,
verringerte Schlaftiefe) wie Untersuchungen bei Langzeitbelasteten
ergeben haben.
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Schadet es sich über Lärm aufzuregen
"Sich über Lärm aufregen schadet"
Wir denken gerne, dass Menschen, die sich über Lärm beschweren
(sich belästigt fühlen), besonders gesundheitsgefährdet sind.
Sieht man von der kleinen Gruppe, welche zunehmend einen wirklich
tiefen, gesundheitsschädlichen Ärger entwickelt, hat sich bisher
kein gesichertes Risiko für diese Personen gezeigt. Umgekehrt hat
man bei Personen, welche sich "nicht belästigt" fühlten, einen
höheren Blutdruck und häufigere Medikamenteneinnahmen gefunden.
Man geht davon aus, dass eine "gesunde" Wahrnehmung von schlechten
Umweltbedingungen vor Langzeitschäden schützen kann - da diese
Personen dann meist auch Maßnahmen zu ihrem Schutz ergreifen -
während jemand, der den Lärm nicht mehr als "Alarm" wahrnimmt,
langfristig langfristig ein Opfer des Lärms werden kann.
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Thesen
5 Kernaussagen zu Umwelt-Lärmwirkungen
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Lärm wirkt als Stressor
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Die Gesamtbelastung moderiert Wirkung
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Individuelle Disposition und Bewertung
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Lärmempfindlichkeit (psychosoziales Risiko)
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Familiäre Bluthochdruckbelastung
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Bewältigungsstil (aktiver Stil günstig)
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Der Moderator-Mix ist entscheidend
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Prävention: intersektorale Strategien
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