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Department für Anatomie, Histologie und Embryologie

Das Anatomische Museum in Innsbruck


Inhaltsverzeichnis


Ausgestellt sind Humanpräparate und zahlreiche Skelette, u.a. des Burgriesen Nikolaus Haidl; eine Schädelsammlung mit mehr als tausend Präparaten. Im Abschnitt der vergleichenden Anatomie sind zahlreiche Feuchtpräparate und Skelette von Wirbeltieren zu sehen.
Aquarelle und Ölbilder des Malers Franz Batke veranschaulichen den Bau der Skelette. Zu besichtigen ist auch altes anatomisches Arbeitsgerät.

Einleitung

Vorläufer des heutigen Museums gehen bis auf die Gründung der Lehrkanzel im Jahre 1689 zurück. Es war und ist für jeden Vorstand und die Mitglieder des Institutes eine Ehrensache durch die Zuführung neuer Präparate das Museum zu erweitern und so gehört heute das Anatomische Museum Innsbruck wohl zu jenen, die wertvolle und seltene Schaustücke besitzen, die dazu geführt haben, daß es im Kunstführer von Knaur aufscheint.
Trotz der Vernichtung zahlreicher Ausstellungsstücke durch den Bombentreffer im Dezember 1943 sind noch viele Stücke erhalten geblieben, die größten musealen Wert besitzen.

Das Museum des Anatomischen Institutes umfaßt heute mehr als 5000 Exponate. Dieses Material wurde speziell in den vergangenen 100 Jahren zusammengetragen, wobei besonders drei Vorstände der Lehrkanzlei sich große Verdienste darum erworben haben. Es waren dies Karl Dantscher, der erste Inhaber der 1869 wiedergegründeten Lehrkanzel für Anatomie und "Vater" der 3. Medizinischen Fakultät in Innsbruck (1869), Ferdinand Hochstetter, der als Vorstand von 1896 bis 1908 wirkte und Felix Sieglbauer, der von 1918 bis 1946 das Institut leitete.

Wenn diese drei Vorstände hier besonders hervorgehoben werden, so deshalb weil es gerade ihnen gelungen ist, die wertvollsten Objekte des Museums zu beschaffen.

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Das Museum

Um die große Zahl von Präparaten zu zeigen, war es allerdings notwendig, eine völlige Neuorganisation des Museums vorzunehmen. Umfangreiche bauliche Maßnahmen ermöglichten diese Neuorientierung. In den Jahren 1975 und 1976 wurde unter der Leitung der Abteilung für Bundeshochbau der Landesbaudirektion durch Aufstockung auf den Präpariersaal Mitte das Museum, das kleinere Seitenräume aus anderen Gründen verloren hatte, um einen wesentlichen Bereich erweitert.
Das Museum ist damit in zwei großen miteinander in enger Verbindung stehenden Räumen in Nord-Süd-Richtung gegliedert. Der Einbau einer Heizung in den genannten Jahren hat es nun möglich gemacht, daß das Museum in der kalten Jahreszeit den Besuchern zugänglich ist. Bei den Umbauten wurde dafür gesorgt, daß der ursprüngliche Mittelraum des Museums, der als einziger noch aus der Bauzeit von 1887 - 1889 stammt, erhalten geblieben ist. Er wurde mit gebotener Sorgfalt renoviert und den modernen Bedürfnissen angepaßt, ohne daß ein Verlust seiner Charakteristika eintrat. Mit sehr viel Verständnis wurden die Stukkaturen instand gesetzt und erhalten. Hier hat die kongeniale Zusammenarbeit zwischen Architekten und Institut sich ebenso erfolgreich bewährt wie bei der Entwicklung neuer Schaukästen. Arch.Dipl.Ing. Heiss und sein Mitarbeiter Ing. Lackner verdienen besonders genannt zu werden. Beide Herren haben schon beim Neubau des Hörsaales bewiesen wie man zweckmäßig und trotzdem architektonisch einwandfrei eine Renovierung vornehmen kann.
Die gemeinsam mit dem Architekten entwickelten Schaukästen wurden im Baukastenprinzip erstellt und völlig neu konstruiert. Sie dürfen mit Recht heute für sich in Anspruch nehmen, die modernste, zweckmäßigste und schönte Form von Schaukästen darzustellen.
Die Schauräume haben durch die in den Gängen des Institutes eingebauten Schaukästen eine sinnvolle Erweiterung.

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Karl Dantscher hat eine Reihe hervorragender Präparate geschaffen, darunter auch die ersten Gefäß-Injektionspräparate von Organen, die in Innsbruck angefertigt wurden. Das besondere Verdienst Karl Dantschers um das Museum liegt aber in der Erwerbung des Skelettes des Burgriesen Haidl, welches das wertvollste kulturgeschichtliche Exponat des Museums darstellt.

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Um dieses wohl einmalige Exponat gruppieren sich nun eine Reihe Injektionspräparate des Gefäßsystems von Ferdinand Hochstetter. Bei diesen Präparaten handelt es sich zum Teil um luftgetrocknete Präparate ganzer Körperregionen und um eines, das die parietalen Gefäße an einem getrockneten Muskelpräparat eines ganzen Menschen zeigt.

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Felix Sieglbauer vergrößerte insbesondere die Schädelsammlung und ihm verdankt das Institut auch eine große Zahl vergleichend anatomischer Skelette und Feuchtpräparate. Besonders reichhaltig ist die Skelettsammlung von Primaten und Vögeln. Schließlich erwarb Sieglbauer noch ein weibliches Skelett aus der Frühgeschichte Tirols und zwar handelt es sich dabei um das Skelett aus einem Viller Reihengrab aus der La-Tene-Kultur der Illyrer.

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Die wertvolle Schädelsammlung geht insbesondere auf Hochstetter, Holl und Sieglbauer zurück und wurde durch Gustav Sauser maßgeblich erweitert, wobei insbesondere schön bemalte Schädel aus den Ossuarien von Hallstatt, Pürgg, Ebbs, Galtür und dem Ötztal aufgenommen wurden. Auch diese Schädel sind kunsthistorisch von großem Interesse. Die Schädelsammlung besteht derzeit aus rund 900 Präparaten.

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Gliederung des Museums

Versucht man das Museum in einzelne Abschnitte zu gliedern, so ergibt sich nach einer Neuordnung, daß fünf Gruppen zu unterscheiden sind.

  • Zunächst enthält die umfangreichste Gruppe Präparate vom Menschen mit zahlreichen Skeletten, Schädeln, Feucht- und Trockenpräparaten und Modellen.
  • Eine zweite Gruppe ist der Entwicklungsgeschichte des Menschen und verschiedener Tiere gewidmet.
  • Die dritte Gruppe besteht aus Präparaten der vergleichenden Anatomie, die zahlreiche Skelette und Feuchtpräparate von Wirbeltieren enthält. Dieser Abschnitt ist um die Ölbilder und Aquarelle aus der Hand des akademischen Malers Franz Batke erweitert worden.
  • Eine weitere Gruppe ist dem anthropologischen Teil vorbehalten,
  • und schließlich enthält das Museum noch in seiner letzten Gruppe alte anatomische Arbeitsgeräte aus dem vergangenen Jahrhundert, wie Präparierlupen, Mikroskope, Mikrotome und Injektiongeräte.

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Besuchsmöglichkeiten

Dieses sehr umfangreiche anatomische Museum steht nicht nur Studenten zur Verfügung, sondern ist auch für Schulklassen und den allgemeinen Besuch geöffnet. Um ein besseres Verständnis für fachfremde Personen zu bieten, werden Skelette und Präparate der verschiedenen Tiere und Aquarelle aus der künstlerischen Hand des akademischen Malers Franz Batke ergänzt.

Öffnungszeiten:

  • Allgemeine Öffnungszeiten:
    Museum:
    Freitag, 14:00 bis 16:00 Uhr und nach Voranmeldung
    Juni - September nur nach Voranmeldung
    Gruppen und Führungen:
    nach Voranmeldung im Sekretariat (+43 (0)512 9003 71111), oder
    bei Dr. Karl Mager (+43 (0)512 9003 71115 oder +43 (0)664 3587985)
  • Eintritt:
    freiwillige Spenden
  • Schaukästen:
    während der Öffnungszeiten des Institutes frei zugänglich

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Der Burgriese Haidl

Das Skelett des Burgriesen Haidl, der zwischen 1491 und 1494 starb, ist wahrscheinlich das älteste historisch belegte Skelett, das derzeit bekannt ist. Die Größe des Burgriesen wird mit 2,22 m angegeben, geschichtlich ist bekannt, daß es sich um einen Türhüter Siegmund des Münzreichen gehandelt hat. Das Haus Haidls existiert noch heute in der Hofgasse in Innsbruck. Das Skelett dieses, beim Innsbrucker Hof sehr geschätzten Nikolaus Haidl, wurde 1866 in der St. Jakobs-Pfarrkirche gefunden. Carl Langer hat schon im vergangenen Jahrhundert die Ansicht vertreten, daß es sich um einen eunuchoiden Riesenwuchs gehandelt hat und es ist auch historisch nachgewiesen, daß Haidl keine direkten Nachkommen hatte. Trotz des angegebenen Alters von 35 bis 40 Jahren findet man noch Reste von Epiphysenfugen.

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Zusammenfassung:

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß das anatomische Museum damit einen echten Beitrag für die Vertiefung der Allgemeinbildung leisten kann.

W. Platzer und H. Mailänder

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